Wünsche in seeliger Zeit – Joachim Ringelnatz
Etwas weniger Friede, ein bisschen mehr Streit,
Etwas weniger Güte, ein bisschen mehr Neid,
Etwas weniger Liebe, ein bisschen mehr Hass,
Und nicht so viel Wahrheit, das wäre schon was!
Ein bisschen mehr Stress und weniger Ruh’,
Ein bisschen mehr Ich und weniger Du,
Frust und Bedrückung statt immer nur Mut,
Und Trägheit statt Handeln, das wäre gut!
Trübsinn und Dunkel statt Freude und Licht,
Durst und Verlangen statt frohem Verzicht,
Kriechen und Schleichen satt heiterem Trab,
Und schließlich ein Plumps: Willkommen im Grab!
Ja, so wäre es schön! Und warum ist es nicht so?
Warum sind sogar unsere Nachbarn froh?
Weil du, Herr im Himmel, sie einfach so läßt!
Und das soll so bleiben? Oh, grausames Fest!
Remember Remember The 5th Of November
Remember Remember the 5th of November
The gun powder treason and plot
I know of no reason why the gunpowder treason
Should ever be forgot.
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…..
Wer kennt nicht die berühmte Zeile „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…“ aus dem Gedicht „Sacred Emily“ von Gertrude Stein. http://www.lettersofnote.com/p/sacred-emily-by-gertrude-stein.html . Allerdings sind und waren nicht alle begeistert von Steins charakteristischem Stil der Wortwiederholungen, auch nicht die Verleger, denen sie trotz aller Kritik unerschütterlich und hartnäckig Ihre Werke zusandte. In dem berühmt gewordenen Absagebrief nahm 1912 der Verleger A.C. Fields sarkastisch Steins Stil der Wortwiederholung auf und schrieb:
„Sehr verehrte gnädige Frau,
ich bin nur einer, nur einer, nur einer. Nur ein Mensch, einer zur Zeit. Nicht zwei, nicht drei, nur einer. Nur ein Leben zu leben, nur sechzig Minuten pro Stunde. Nur ein Paar Augen. Nur ein Hirn. Nur ein Mensch. Da ich nur einer bin, nur ein Paar Augen habe, nur eine Zeit habe, nur ein Leben habe, kann Ich Ihr Manuskript nicht drei- oder viermal lesen. Nicht einmal einmal. Nur ein Blick, nur ein Blick genügt. Kaum ein Exemplar ließe sich hier verkaufen. Kaum eins. Kaum eins.“
Gertrude Steins Glaube an sich selbst war allerdings unerschütterlich. „Ich bin ein Genie“, davon war sie überzeugt. Zu Recht.
aus „Im Zimmer meines Lebens“, Edition Ebersbach
Die Aussicht ist das Beste
Die Aussicht ist das Beste und ruft: „Alles steht bereit“
Und unter allen, allen Anderen bist nur du allein gemeint
Treu bleibt die Aussicht bis zum Rest der Ewigkeit
Du kannst sie jede Stunde fragen und weißt sie sagt: „Vielleicht“
Nils Koppruch – Singer-Songwriter-Maler aus Hamburg - auf seiner CD „Caruso“
Unendlich ist die Ferne, du kannst jeden Meter gehen
Und du kannst einmal um die Welt fahren und das Ende noch nicht sehen
Ich sing vor deinem Fenster und der Regen lässt nicht nach
Und eine Stimme ruft von oben: „Falsches Fenster, falscher Tag!“
Der Vogel singt nur bis du nach ihm greifst
Und alles Gold ist kostbar, weil es kostbar scheint
Aus Silber ist der Vollmond nur von weit und die Aussicht unerreicht
Du kannst darüber grübeln wenn der Schlaf nicht kommt
Jedes Ding hat seinen Preis und nur die Aussicht ist umsonst
Vielleicht geht alles gut, es ist die schlichte Möglichkeit
Und die Sehnsucht die den Seemann vor die Haustür treibt
Die Aussicht ist das Beste nur man kommt nie an sie dran
Du kannst auf allen sieben Meeren fahren und kommst nicht bei ihr an
Mädchen stehen am Ufer und dein Boot steckt fest im Sand
Du kommst nicht einen Meter weiter und all die Mädchen drüben sehen dich an
Der Vogel singt nur bis du nach ihm greifst
Und alles Gold ist kostbar, weil es kostbar scheint
Aus Silber ist der Vollmond nur von weit und die Aussicht unerreicht
Dieser graue Tag ist wie gemacht dafür, einer wichtigen Frage nachzugehen…
Was ist Liebe?
Aus der „Sendung mit der Maus“
Langsam wird es Zeit, den ruhigsten Tag meines Lebens zu beginnen…
Rainer von Vielen auf seiner CD „Milch&Honig“
Spring is here… Love, Love, Love…
Spring is here…
Birds are calling.
Skunks are crawling.
Wagging their tails for love!
Spring is here.
Whales are churning.
Worms are squirming.
Wagging their tails for love!
What is this thing
Of which I sing
That makes us all bewitched?
What is this thing
That comes in Spring
That gives us all the itch?
Oh, it’s love, it’s love,
It’s love, love, love, love, love
Love, love, love, love, love, love, love,
Love, love, love, love, love, love, love.
Love, love, love, love, love, love, love,
Love, love, love, love, love, love, love.
Love, love, love, love, love, love, love,
Love, love, love, love, love, love, love.
Love, love, love, love, love, love, love
Love, love, love, love, love, love, love….
Von Glatten und Krummen…
Es braucht die Glatten und die Graden
damit die Krummen und die Schiefen
auch einen Grund zum Klagen haben
dass sie zu glatt wär, diese Welt
und jedes Feld zu grad bestellt
und das wär schwerlich zu ertragen.

Es braucht die Glatten und die Graden
sie halten diese Welt in Schuss
mit all den Zäunen und all den Uhren
mit all dem Soll und all dem Muss.
Sie nehmen Maß mit Zoll und Faden
sie hängen einen toten Barden
und geben uns ein Feindbild ab.
Es braucht die Glatten und die Graden
denn wenn die Krummen und die Schiefen
auf dieser Welt das Steuer hielten
die Fahrt sie ging wir könnten wetten
mit Wucht direkt voll in den Graben.
Es braucht die Glatten und die Graden
damit die Krummen und die Schiefen
auch einen Grund zum Klagen haben.
aus „Tag der geschlossenen Tür“ von Rocko Schamoni
Übrigens: Rocko Schamoni liest am 17. Mai 2011 im Metro in Kiel. Nix wie hin!
Leitl, müaßt’s lustig sei!
Mit diesem „Zwiefachen“ wünsche ich Euch allen einen fröhlichen Rutsch und ein glückliches, sorgenfreies, unbeschwertes neues Jahr 2011!
Leit, Leitl, müaßts lustig sei
derfts ja net traurig sei
denn mit der Traurigkeit kimmt ma net weit.
So wia der Acker is, so, grad a so werdn die Ruabn
und wia der Vata is, so wern die Buabn.
